Der gefährliche Glaube an die Sicherheit der Einlagensicherung

Banken werben oft damit, dass Einlagen bei dem jeweiligen Kreditinstitut bis 100000EUR sicher ist. Tatsächlich gibt es zahlreiche Schutzfunktionen, die diese Sicherheit vermitteln sollen. Doch im Zweifelsfall ist auch eine Bankeinlage keine sichere Anlage.

Inflation frisst das Geld

Derzeit können wir in Deutschland von einem Wertverlust des Geldes von rund 2% pro Jahr ausgehen. Diese Entwicklung haben wir der derzeitigen Inflation zu zu verdanken. Legt man also 100000EUR für 10 Jahre auf ein Bankkonto, so ist dieses Geld aus heutiger Sicht lediglich noch etwa 82000EUR wert.

Ein immenser wertverlust. Wartet man weitere 10 Jahre sind es nur noch etwa 67000EUR. Innerhalb von 20 Jahren hat das Geld rund 1/3 seines Wertes verloren. Somit ist Geld auf einem Konto parken keine sichere Einlage.

Was allerdings passiert, wenn die Bank des Vertrauens pleite geht, steht auf einem ganz anderen Blatt. So kann es am Ende passieren, dass man sein gesamtes Geld verliert, wenn es zu einer Krise kommen sollte.

Die Gefährlichkeit des Glaubens an die Sicherheit

Hat man seine Einlagen einer Bank anvertraut, so gibt man die Kontrolle über sein Vermögen ab. Die Bank ist also nun beauftragt das Geld für den Gläubiger zu verwalten. Finanzexperten raten allerdings immer wieder davon ab die Kontrolle über das eigene Vermögen jemand anderes zu geben.

Tatsächlich gibt es in Deutschland und der EU ein Gesetz, welches das Guthaben auf der Bank bis 100000EUR schützen und sichern soll. Hierfür wurden mit der Einführung des Gesetzes zur Einlagensicherung (Einlagensicherungsgesetz) extra zu diesem Zweck drei entschädigungseinrichtungen gegründet. Diese sind:

– Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) für Wertpapierhandelsunternehmen,

– Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands GmbH (EdÖ) für die öffentlichen Banken und

-Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) für die privaten Banken,

Geht ein Kreditinstitut nun Pleite, ist auch das auf der Bank liegende Geld in der Regel weg. Hier greifen diese Entschädigungseinrichtungen und sollen den geschädigten das verlorene Geld bis 100000EUR zurück zahlen. Den Entschädigungseinrichtungen ist dies auch in der Regel möglich.

Also geht die Kreissparkasse X pleite, tritt die Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands GmbH an dessen Stelle und bezahlt die betroffenen Bankkunden aus.

Sicher ist das Geld allerdings trotz diverser Sicherungsmaßnahmen dennoch nicht. Auch die Entschädigungseinrichtungen verfügen nur über ein begrenztes Bugdet und ist dieses Geld aufgebraucht, können die Kunden nicht mehr ausbezahlt werden. Geht man also vom Szenario einer großen Finanzkrise aus, in der gleich mehrere Banken pleite gehen, ist das Vermögen der Sicherungsorganisation schnell aufgebraucht und der Kunde ist wieder ohne Geld.

Auch wenn in der Vergangenheit auch in einem solchen Szenario in der Regel der Staat unter die Arme gegriffen hat und die Sicherung der Einlagen übernommen hat, gibt es keine Garantie, dass der Staat den Banken wieder unter die Arme greift.

Wer denkt man könne Geld 100% sicher auf einem Konto liegen lassen, der täuscht sich. Genau aus diesem Grund sind gerade in Deutschland immer mehr Menschen dazu übergegangen ihr Geld in ihrer Wohnung zu verstauen. Doch ist es dort auch sicher? Immer häufiger hört man von Einbrechern. Was passiert im Falle eines Brandes mit dem eigenen Geld? Man kann leider nur feststellen, dass egal wie und wo man sein Geld liegen hat. Eine wirkliche 100%ige Sicherheit gibt es nie und wird es auch nie geben.

A Brief History Of Banks | Financial Reform

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